Die Gegenwart ist zum Teil auch immer Vergangenheit – in jedem Stein, jedem Ziegel steckt ein Stück Geschichte, jeder Ort erzählt von dem, was er einst war, und das macht ihn zu dem, was er jetzt ist. Dazu die Erinnerungen der Menschen, die ihn einst belebten – manchmal nahe an der Wirklichkeit, meistens aber subjektiv und im Laufe der Jahre verzerrt. Das zusammen zu bringen, künstlerisch zu interpretieren und die Ergebnisse vor Ort zu präsentieren, ist eine sehr schöne, heraufordernde und spannende Aufgabe.
Räder der Zeit
Installation im vorderen Innenhof
Die historischen Wagenräder, die am Nowotnyhof gelagert werden, symbolisieren den unaufhaltsamen Fluss der Zeit und damit die Geschichte des Hofs.
Weiße Flecken
Installation – Kreidefarbe auf Ziegel
Die Jahreszahlen stehen für wichtige Ereignisse am Hof, die weißen Flecken für die Leerstellen und Lücken, die bei der Recherche nicht geschlossen werden konnten.
Blick-Winkel
Installation (Acryl auf Karton, Videoprojektion)
Die ehemaligen Besitzer*innen des Hofes blicken vom Balkon zu uns in die Gegenwart, wir blicken zu ihnen nach oben in die Vergangenheit. Dazu eine Videoprojektion mit Silhouetten von Personen auf historischen Fotos aus dem Kontext der Hofgeschichte.
Dargestellte Personen:
Josef Karner Sen., Josef Karner Jun., Barbara Karner, Johann Karner, Auguste Gall, Johann Nowotny, Monika Gall geb. Schäffert, Gottfried Reiter
„Seins, meins, deins“
Installation mit Stoff
Von den Nationalsozialisten in Polen gestohlene Stoffe wurden hier am Hof zwischengelagert und 1945 von den Sowjets an die Bevölkerung vergeben.
Hof-Ab-Drücke
Materialdruck auf Seidenpapier
Am Novotnyhof gelagerte Metallgegenstände (u.a. Kugellager und Zahnräder alter Traktoren) und damit ihre Oberflächenstrukturen wurden in Form von Material-drucken auf Seidenpapier verbildlicht.
Hörst du das Gras wachsen?
Installation mit Ton
In Pflanzkübeln, die früher von der am Hof ansässigen Baumschule Reiter verwendet wurden, sind Auszüge von Interviews mit Zeitzeug*innen zu hören.
Website Julia Schulz